
Nachdem 2009 der legendäre Almabtrieb bedingt durch Wirtschaftskrise und mangels Sponsoren ausgefallen war,
freuten wir uns umso mehr auf dieses Jahr!
Die Videos von der neuen Strecke waren jedoch alles Andere als beruhigend.
Es schien (und es war) unsere schnellste Strecke bisher zu werden.
Trotz alledem entschlossen wir uns getreu dem Motto “Nur die hadde komme in de Gadde” daran teilzunehmen.
Die erste Fahrt (mit dem Auto) lies uns jedoch an unserem eigenen Mut zweifeln. Sooooo steil und soooo schnell.
Mein Zweifel wurde jedoch am nächsten Tag relativiert. Ja eine schnelle und anspruchsvolle Strecke,
aber mit unseren Skills auf alle Fälle sicher fahrbar.
Mittwochs also Freeride, Freeride und nochmal Freeride. Ich habe mangels Kondition (wen wunderts) vor Gero aufgehört.
Die Strecke ist mit 2,9km relativ lang und anstrengend und nach dem 8. Run bin ich kaum noch vor den Kurven hochgekommen.
Also lieber bleiben lassen. Donnerstag war dann Quali. Ich habe mir die Kräfte für den Qualirun aufgehoben
und bin nur 1-2 Freerides gefahren. Mein erklärtes Ziel war endlich einmal den Cut zu schaffen.
Der lag bei 32 und schien bei 39 Fahrern erreichbar zu sein, aber bei 39 Fahrern der Weltspitze?
Ich war sehr kritisch, ob ich es erreichen könnte. Bisher hatte ich den Cut nie geschafft.
Irgendwie frustierend. Na ja, wenn man mit knapp 40 erst mit Downhill anfängt, darf man sich nicht zu viel versprechen ;-)
Lange Rede kurzer Sinn. Jedenfalls hatte ich nach dem Freeride im Elsaß und den Freerides beim Almabtrieb den Eindruck,
dass ich “dran” bin. D.H. ich fahre mit und nicht nur hinterher.
Ok, erklärtes Ziel erster Quali Run Safe, zweiter Quali Run Action.
Also der Erste: Das Adrinalin stieg nach langem Warten (ca. 230 Rider insgesamt).
3-2-1 GoGoGo. Paddeln, paddeln, paddeln (wahrlich nicht meine Stärke).
Liegenbleiben, liegenbleiben, liegenbleiben (so lange wie es geht). Erste Rechts, gut gefahren. Erste Links, gut gefahren.
Langes Stück und dann diese verfluchte langgezogene Links, bei der ich nie wusste, wann ich wirklich hochgehen muss um zu bremsen,
da danach direkt eine Rechts gekommen ist, die man sauber UND schnell nehmen muss um genügend Speed mitzunehmen.
Wie auch immer, danach das lange Stück. Immer schnellen, immer schneller.
Langgezogene Rechts, langgezogene Links. Schneller, schneller. Und dann auf auf eine Rechts zu, die mir vorkam wie ein Tunnel,
eingefasst von Leitplanken links und rechts. Da hatte ich dann nicht genügend “Eier in der Hose” und bin sie sitzend durchfahren.
Das kostet Zeit! Danach wieder hingelegt und weiter runtergeballert.
Unglaublich das Gefühl, wenn bei ca. 100km/h 15cm über dem Boden liegend alles an Dir nur noch vorbeifliegt.
Ich dachte nichts mehr, nur noch runter, runter, runter, liegenbleiben, liegenbleiben. Dann komme ich auf die “Risch Kurve” zugeflogen.
Eine 180Grad Linkskurve, welche eingeleitet wird von einem Links und dann einem Rechtsknick.
Die Herausforderung hierbei ist, wann gehe ich hoch zum bremsen.
Ok ich bin im Linksknick (oder vorher?) hochgegangen und habe angefangen zu bremsen.
Risch Kurve sauber genommen und Speed für den Rest mitgenommen. Dann kam noch die letzte Links vor dem Ziel.
Eigentlich eine unspektakuläre Kurve, aber irgendwie habe ich es bei dem ganzen Event nicht geschafft
diese komplett liegend bzw. souverän zu fahren. Auf alle Fälle nach der Links wieder schön hingelegt und…
1.Quali: Platz 23; Zeit 3min:02sec: und ein paar zerquetschte
2.Quali:
Nachdem ich nun Platz 23 bei der ersten Quali geschafft hatte und mir eigentlich ziemlich
sicher war im Cut zu sein (na ja 100% sicher kann man nie sein) setze ich mir ein neues Ziel. Die DREI MINUTEN GRENZE!!!
Ok, d.h. paddeln wie die S** und liegen bleiben, wo ich mich normalerweise hinsetzen würde.
Also hier die verkürzte Form. Gepaddelt wie die S**. Nach jeder Kurve das Gefühl “Ja das war geil”. Danach das Speed-Stück.
Selbst in dem “Tunnel” liegengeblieben. Danach Speed, Speed, Speed und möglichst spät vor der “Risch” aufsetzen.
Genau so gemacht und dann? Zwei verfluchte Drifts hingelegt. Ich hatte weniger Speed als am Tag zuvor aus der Kurve mitgenommen
und am Kurvernausgang laut F*** gebrüllt und die Faust in die Höhe gestreckt. Ich war der Überzeugung ich hätte es verkackt.
Trotzdem weiter, weiter, weiter. Am Ziel dann möglichst die Füsse nahe an der Strasse um die Füsse bei der Zeitmessung noch mitzunehmen.
Ich war eigentlich entäuscht, aber ich hatte noch nicht richtig gestoppt als Joachim Lang mir zurief “2:59″!
Superhappy!!!
Es war denkbar knapp, aber es war eine:
2.Quali: Platz 24; Zeit 2min:59sec:975ms
Ja ich war mehr als happy. Cut geschafft und noch ein zweites Ziel erreicht. Einfach ein geiles Gefühl.
Der Renntag war für mich eher unspektakulär und verlief wie erwartet.
Ich musste gegen den mehrmaligen Worldchampion “Flying Dentist” Dr. Michael Serek,
Gerald Müller (bei dem konnte ich auch bei den Freerides nicht mithalten) und eine Französin fahren.
Schon am Start sind mir Serek und Müller weggefahren und ich bin einfach runtergerollert.
Einzig in der Risch-Kurve wollte ich nicht verkacken, da dort das meiste Publikum saß.
Auch geschafft und Platz 3 herausgefahren. Naja immerhin gegen den Worldchampion 2010 verloren ;-)
—–
Ein paar Worte noch zu Geros Performance und seinem Wochenende aus meiner Sicht.
Als Dienstältester Youngster in der Downhill-Szene war es für ihn erfreulich endlich ein paar gleichaltrige Genossen zu finden.
Quinn aus Kanada, Lenny aus München und viele Weitere. Die Downhill-Szene bekommt Nachwuchs und das ist gut so!
Gero hat wieder viel Spass gehabt beim Almabtrieb und wieder ein paar neue Freunde gefunden.
Er freut sich jetzt schon den Downhill-Zirkus wieder zu treffen.
Btw. Gero musste mit den Erwachsenen fahren und hat 5 von diesen hinter sich gelassen:
Gero Quali: 3min:19sec
Hier noch ein paar Impressionen:









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